RAVENOL Group: Ravensberger Schmierstoffvertrieb GmbH seit 1946 und Deutsche Ölwerke Lubmin GmbH seit 2013

Arktische Bedingungen am RAVENOL Produktionsstandort in Lubmin

Nirgendwo in Deutschland ist das Eis derzeit so dick wie an der Ostseeküste bei Lubmin. Die Greifswalder Bucht – auch Greifswalder Bodden genannt – liegt seit mehreren Wochen unter einer geschlossenen Eisschicht von bis zu 30 Zentimetern. Direkt an dieser Küstenlinie befindet sich seit 2013 eines der modernsten Werke für Schmierstoffproduktion in Europa: die Deutsche Ölwerke Lubmin GmbH, ein Unternehmen der RAVENOL Group.

Auch auf dem über 50.000 Quadratmeter großen Betriebsgelände wurden stellenweise bis zu zehn Zentimeter Eisdicke gemessen. Der Winterdienst ist rund um das Werk bis zu dreimal täglich im Einsatz, um Wege, Zufahrten und Verladebereiche freizuräumen und einen reibungslosen Produktions- und Logistikablauf sicherzustellen. Vergleichbare Bedingungen gab es zuletzt vor rund 25 Jahren.

Die extremen Temperaturen – gefühlt bis zu minus 20 Grad Celsius – stellen jedoch nicht nur logistische, sondern auch produktionstechnische Herausforderungen dar. Mit sinkender Temperatur nimmt die Viskosität von Flüssigkeiten zu: Basisöle werden hochviskoser, ihre Fließfähigkeit verringert sich. Dies führt dazu, dass sich die Durchlaufgeschwindigkeit beim Umpumpen in Vorratssilos verlangsamt und Prozesse präzise überwacht sowie angepasst werden müssen. Moderne Anlagen- und Temperatursteuerungen sorgen jedoch dafür, dass die Produktionsqualität auch unter arktischen Bedingungen konstant auf höchstem Niveau bleibt.

Ein Großteil der Versorgung mit Basisölen erfolgt über den Seeweg. Doch bei geschlossener Eisdecke geraten selbst große Frachtschiffe an ihre Grenzen. In der Greifswalder Bucht bleiben sie bei starkem Eisgang häufig stecken. In solchen Fällen kommt der hochmoderne Eisbrecher Arkona zum Einsatz. Das Mehrzweckschiff ist in der Lage, Eisdecken von bis zu einem Meter Dicke zu brechen und verfügt über eine Schleppwinde mit einer Haltekraft von 1.000 kN. Neben dem Freiräumen von Fahrrinnen wird die „Arkona“ auch zur Ölbekämpfung, als Tonnenleger sowie zur Nothilfe bei Havarien eingesetzt. Ist die Fahrrinne einmal geöffnet, übernimmt im Hafenbereich der kleinere Eisbrecher „Robin Hood“ die Feinarbeit - er geleitet Frachtschiffe sicher bis zur Pier.

Trotz Eis, Frost und anspruchsvoller Logistik bleibt der Produktionsstandort in Lubmin voll funktionsfähig. Die arktischen Bedingungen unterstreichen nicht nur die geografische Besonderheit des Standorts, sondern auch die technische Leistungsfähigkeit und Versorgungssicherheit der RAVENOL Group – selbst unter extremen winterlichen Herausforderungen.