Hitzeschlacht in der Grünen Hölle

  • Erneuter Wechsel an der Tabellenspitze des Opel Astra OPC Cups
  • Fritzsche/Fritzsche/Luostarinen gewinnen die Hitzeschlacht am Ring
  • Zweiter Podestplatz für die Junioren Robin Strycek/Moritz Oestreich

Nürburgring. Die hochsommerlichen Temperaturen machten den vierten Lauf zum Opel Astra OPC Cup im Rahmen der VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring zu einer wahren Hitzeschlacht. Bei Temperaturen jenseits der 30 Grad behielten die Titelverteidiger Heinz-Otto und Jürgen Fritzsche (Hückeswagen) sowie ihr finnischer Teamkollege Hannu Luostarinen die kühlsten Köpfe und sicherten sich den Laufsieg im hart umkämpften Opel-Markenpokal. Mit dem zweiten Saisonerfolg hat das Trio im Astra mit der Startnummer 353 von Ti-Tarvike Racing auch die Führung in der Gesamtwertung zurückerobert. Als Zweite überquerten Daniel Bohr, Jari Nuoramo und Juha Hannonen von Lubner Motorsport nach vier Stunden die Ziellinie. Das Podium komplettierten Robin Strycek und Moritz Oestreich. Für die von der Pole Position aus gestarteten Söhne der Ex-DTM-Piloten Volker Strycek und Markus Oestreich war es der zweite Podestplatz im Opel Astra OPC Cup.
 
Wenig überraschend kam der Sieg für die Fritzsche-Zwillinge: „Bei so einem Wetter sind wir immer gut“, erklärten die fast 60-Jährigen selbstbewusst. „Um bei den extremen Bedingungen zu gewinnen, darfst du das Rennen nicht aggressiv angehen. Du musst die Reifen schonen und die Temperaturen im Blick haben, um am Ende ganz oben zu stehen.“ Ganz oben steht das Trio nach vier von zehn Läufen auch in der Cup-Wertung. Mit 71 Punkten führen die Routiniers das Klassement souverän an.
 
Ein lachendes und ein weinendes Auge gab es bei Lubner Motorsport: Nuoramo, Hannonen und Bohr durften sich im Cup-Astra mit der Startnummer 345 zum zweiten Mal in Folge über Platz zwei freuen. „Es wird langsam Zeit für einen Sieg“, formulierte Bohr das Ziel für die noch ausstehenden sechs Saisonläufe. „Einen Ausfall können wir uns nach der Nullnummer beim zweiten Lauf, als wir durch eine Kollision unverschuldet ausgefallen sind, nicht mehr erlauben.“ Ihre Lubner-Teamkollegen Robert Schröder, Marcel Hartl und Roger Vögeli – die bisherigen Tabellenführer und Laufsieger des letzten Rennens – kamen hingegen nicht ins Ziel.
 
Von den Strapazen gezeichnet war nach dem Rennen der drittplatzierte Robin Strycek. „Den Podestplatz haben wir uns hart erkämpft. Es war wirklich unfassbar heiß. So heiß, dass ich meinen ersten Turn sogar verkürzen musste, weil ich einfach nicht mehr konnte. Das wurmt mich. Insgesamt können wir mit dem Ergebnis aber zufrieden sein.“ Nicht wunschlos glücklich war Teampartner Moritz Oestreich: „Nach der Pole-Position im Zeittraining hatte ich mir etwas mehr erhofft als Rang drei“, gab der 23-Jährige zu.
 
Wie Fahrradfahren in der Sauna

Der Hochsommer stellte Fahrer und Fahrzeuge beim vierten VLN-Lauf auf eine harte Probe: Bei Außentemperaturen über 30 und Asphalttemperaturen jenseits von 50 Grad Celsius kletterten die Werte in den Renn-Cockpits sogar auf über 60 Grad. „Das ist wie Fahrradfahren in der Sauna. Da gibt’s nur eins – vor dem Stint so viel trinken wie möglich“, beschreibt Ben Harper, der sich das Cockpit der Startnummer 340 mit Elmar Jurek teilt. Zusätzlich trägt Harper unter dem Rennoverall eine Kühlweste, um die Körpertemperatur zu regulieren. Ob es ein Patentrezept gibt? „Bei dem Wetter kommt es vor allem auf eine gute Kondition an – gesundheitlich muss einfach alles passen. Wer reinkommt und aussteigt, weil er nicht mehr kann, ist zwar alles andere als optimal vorbereitet, macht aber dennoch alles richtig. Denn man muss wissen, wo seine Grenzen sind.“ Doch nicht nur die Cup-Piloten haben die Strapazen in der Eifel überstanden, auch ihre 320 PS starken Boliden hielten den enormen Belastungen durch die hohen Temperaturen stand. „Die Cup-Fahrzeuge wurden deutlich stärker beansprucht als unter normalen Bedingungen Die Teams mussten vor allem die Reifen und die Wassertemperatur im Auge behalten“, erläutert Stefan Kissling, Leiter Opel Astra OPC Cup.
Bis zum nächsten Rennen können die Protagonisten ein wenig durchatmen. Erst in knapp vier Wochen steht mit dem 47. ADAC Barbarossapreis am 1. August 2015 das fünfte von zehn Saisonrennen auf dem Programm. 

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